Mondfinsterniss und Blutmond am 27.7.2018

Die totale Mondfinsternis kommt näher: Am 27. Juli 2018 taucht der Mond in den Erdschatten ein, der Blutmond ist zu sehen. Wann die Mofi beginnt und wie die Chancen sind, das Spektakel zu beobachten, erfahrt ihr hier.

Astronomischer Sommernachtstraum: Gleich zwei besondere Konstellationen erhellen den Nachthimmel am 27. Juli in Deutschland – und das an einer lauen Freitagnacht mitten im Hochsommer. Exakt so eine Konstellation gibt es im Schnitt allerdings nur alle 105.000 Jahre.

1. Der Mond taucht in den Erdschatten ein, es ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

2. Der Mars ist der Erde gleichzeitig so nah wie selten.

Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend an. Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen. Zahlreiche Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute laden zum Beobachten des Spektakels ein.

„Er ist gleich merklich röter und dunkler“

Die Chancen, das Himmelsspektakel zu sehen, sind laut den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes bis dato optimal. Wer die Mofi beobachten will, sollte sich einen Ort suchen, der freien Blick Richtung Südosten gewährt und weit genug von Städten und anderen Lichtquellen entfernt ist.

Kurzum: Am Freitag wird eine klare Nacht mit kaum Wolken am Himmel erwartet. Heißt: Beste Sicht auf den Mond – und das fast überall in Deutschland. Nur an der Grenze zu den Benelux-Staaten sind für Samstagmorgen Schauer angekündigt.

In Deutschland geht der Mond am 27. Juli in München um 20.48 Uhr auf, in Hamburg um 21.16 Uhr, in Köln um 21.17  Uhr, in Leipzig um 20.57 Uhr – die Mondfinsternis hat dann schon begonnen. Der Höhepunkt der Mondfinsternis wird gegen 22.22 Uhr erwartet.

„Er ist gleich merklich röter und dunkler“, kündigt Liefke an. „Es ist klar und deutlich zu sehen, dass er anders aussieht als sonst.“ Vorausgesetzt es schieben sich nicht dichte Wolken vor die Sicht. Aber das dürfte unwahrscheinlich sein.

Totale Mondfinsternis ist die längste des Jahrhunderts

Das Besondere ist: Die totale Mondfinsternis wird die längste des gesamten 21. Jahrhunderts sein: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten.

Zur ungewöhnlichen Gesamtlänge dertotalen Verfinsterung von 104 Minuten trägt die aktuelle Position des Erdtrabanten auf seiner elliptischen Bahn bei. Denn die Finsternis ereignet sich zu einem Zeitpunkt, in dem sich der Mond im erdfernsten Abschnitt seiner Bahn um die Erde befindet.

Gut 406.000 Kilometer ist der Mond am Freitag von unserem blauen Planeten entfernt – zum Vergleich: Die durchschnittliche Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern beträgt „nur“ knapp 385.000 Kilometer. In Erdferne aber bewegt sich der Mond etwas langsamer auf seiner Bahn als in Erdnähe. Deshalb dauert auch die Finsternis etwas länger.

Der Mars wirkt während der Mofi besonders groß – wegen eines Zufalls

Der als Roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer.

Nur wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen. Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt aber nur alle 15 Jahre, zuletzt 2003. Am 27. Juli ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – der Minimalabstand, wie Astronomin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg sagt.

Am Ende der Mondfinsternis um 23.14 Uhr stehen die beiden Himmelskörper den Astronomen zufolge deutlich höher, es ist richtig dunkel und beide leuchten rötlich. Das Schauspiel sei bis nach Mitternacht zu verfolgen und die Menschen könnten zuschauen, wie der Mond den Erdschatten verlasse.

Nicht nur der Mond und der Mars sind am Himmel gut zu sehen, auch Jupiter und Saturn, wie Liefke sagt. Gleich, wenn es dunkel wird, leuchteten sie hell am Abendhimmel. Nicht nur der Mond und der Mars sind am Himmel gut zu sehen, auch Jupiter und Saturn, wie Liefke sagt. Gleich wenn es dunkel wird, leuchteten sie hell am Abendhimmel. „Aber der Mars ist der Star.“

Mondfinsternis: Exemplarischer Zeitplan (50˚N 10˚E)

  • Eintritt in Halbschatten: 19.13 Uhr
  • Mondaufgang: 21.01 Uhr
  • Sonnenuntergang: 21.09 Uhr
  • Beginn der totalen Mondfinsternis: 21.30 Uhr
  • Maximale Finsternis: 22.22 Uhr
  • Ende der totalen Mondfinsternis: 23.13 Uhr
  • Sonnenaufgang: 05.43 Uhr

Blutmond: Kurz erklärt

Nur bei Vollmond kann es eine totale Mondfinsternis geben. Der Mond steht dabei von der Sonne aus gesehen genau hinter der Erde und taucht in ihren Schatten ein. Er wird jedoch nicht komplett finster: Langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Finsternis rotbraun.

Die Mondbahn ist gegen die Erdbahn leicht gekippt, deshalb kommt es nicht bei jedem Vollmond zu einer Finsternis. Meist wandert der Vollmond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Aus demselben Grund kommt es auch nur selten bei Neumond zu einer Sonnenfinsternis, der Mondschatten muss dazu auf die Erde treffen und nicht ober- oder unterhalb an ihr vorbeiwandern.

Entgegen dem landläufigen Eindruck sind Mondfinsternisse seltener als Sonnenfinsternisse: Auf fünf Sonnenfinsternisse kommen im gleichen Zeitraum im Schnitt nur etwa drei Mondfinsternisse. Da Mondfinsternisse jedoch stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

Aus unserer Gartenlanlage Richtung Augustusburg zu beobachten!

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